Das Objekt besteht aus 16
Betonstelen, die im Quadrat angeordnet sind. Im Zentrum befindet sich
eine Kugel, rot lackiert, als Symbol für Bewegung, Energie und
Leben. Das Objekt beschreibt den Raum eines Quaders, abstrakt gesehen
eine ruhende und stabil stehende Form.
Beim Blick
durch die 16 Betonstelen kann nur von bestimmten Punkten aus das
Zentrum erkannt werden. Die Blickrichtungen sind vorgegeben, das
Zentrum nur mehr in bestimmten definierten Bahnen erkennbar,
Abweichungen nicht zugelassen.
Bewegt man
sich um das Objekt, ist das Zentrum abwechselnd sichtbar bzw. durch die
Stelen verdeckt. Das Zentrum kann beim Wechsel des Betrachtungsortes
also nicht verfolgt werden. Durch dieses Wechselspiel entsteht der
Eindruck, als bewege sich das Zentrum.
Betrachtet man
das Zentrum im Stillstand, so wird erkennbar, daß sich auch das
Zentrum im Stillstand befindet, beengt, eingeschnürt und umzingelt
durch die Stelen.
Das Objekt
versucht, uns unserer Wahrnehmungsweisen und dessen Folgen zu
versinnbildlichen.
...Beinahe vergessen: Auch Kunststein ist Stein. Gut
daß mich Klaus Schwendners "Bildstörung" an den Beton
erinnert hat. Seelenlos wiederholte Gußquader, in deren Mitte
eingezwängt eine rote, roh beschnitzte Holzkugel an ein Anderes
erinnert ...
von Dr. Martin Ortmeier,
Kunstverein Passau, 1997 zur Ausstellung "Stein" 1996 in Vilshofen
Schenkung "Bildstörung" offiziell
übergeben
Die "Bildstörung" am
Regensburger Torplatz gehört nun offiziell der Stadt.
Künstler Klaus Schwendner hat sein Objekt am Donnerstag an
Bürgermeister Dr. Uwe Brandl "übergeben". Es war ein
symbolischer Akt, schließlich ist das Kunstwerk tonnenschwer.
"Die 16 Betonpfeiler stellen moderne Bauten dar, die schränken den
Blick auf das Wesentliche in Form der roten Kugel in der Mitte ein",
erklärte der Künstler sein Werk in Kurzform.
Bürgermeister
Brandl zeigte sich sehr erfreut über die Schenkung und sagte: "Es
würde mich freuen, wenn es mehr Leute gäbe, die so aktiv
wären". Brandl überreichte zum Dank eine Münze der Stadt
Abensberg...
Die
Bildstörung von Klaus Schwendner steht seit 1998 in Abensberg.
Vorher war das Kunstobjekt zwei Jahre in Vilshofen ausgestellt.
Anlaß
dafür war ein Wettbewerb, der alle zwei Jahre veranstaltet wird.
1996 war das Thema des Wettbewerbes "Stein". Schwendner hatte sich mir
seiner "Bildstörung" beworben und sein Werk war das einzige, das
angenommen wurde, das nicht aus natürlichem Stein besteht...
Mittelbayerische Zeitung,
28.Aug 99
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