Die Skulptur stellt einen
Menschen dar, der mit dem Kopf und den Armen in einer alten Stadtmauer
steckt. Mit den Beinen versucht er, sich aus der alten Stadtmauer
herauszuziehen. Der langgezogene Oberkoerper symbolisiert das
aussichtslose Ringen, sich aus der Mauer zu befreien.
Die rosa Farbe
steht für das Nackte.
Die speziell für das
Thema der Ausstellung konzipierte Skulptur versucht u.a. gerade den
Menschen darzustellen, der sich genau durch diese Skulptur provoziert
fühlt. Mir geht es in meiner Arbeit darum, den Menschen mit seiner
oft veralteten, kontroversen Meinung zu konfrontieren.
So würden Menschen gerne Dinge tun oder machen viele
Menschen Dinge, die sich aber nicht "schicken" oder "die man nicht
machen kann". Dinge, die sie privat oder insgeheim machen, zu denen sie
in der Öffentlichkeit jedoch nicht stehen. Mit ihrem Handeln und
Tun sind sie frei von alten Wertvorstellungen, raus aus der alten
Mauer.
Mit ihren Vorstellungen bzw. mit dem Kopf stecken sie jedoch
noch tief im Alten, in der alten Mauer.
Dass sich auch die Hände mit in der Mauer befinden,
zeigt die Starrheit sich von dem alten zu lösen. Es scheint fast
unmöeglich, sich aus der Mauer zu befreien sprich sich von alten
Wertvorstellungen zu lösen.
Die Skulptur ist nackt, um das Lösen bzw. das
Herausziehen von dem Alten zu symbolisieren. Das Hinterlassen der alten
Vorstellungen, der alten Hülle. Die Farbe rosa soll den Eindruck
des Nackten unterstützen.
LEBEN JETZT - DENKEN ALT
"Nackter" Klettermaxe
Abensberg: "Neue Kunst in alten Mauern"
Kunst nicht "wie
Saurierknochen" in Museum aufbewahren, sondern in der historischen
Abensberger Altstadt "erwandern". Wie es der prominente Autor E.W. Heine
kürzlich bei der Eröffnung formulierte, empfanden es die
meisten der Besucher durchaus als außergewöhnlich,
Freiluftkunst präsentiert zu bekommen. An manchen der Objekte, die
sich in Winkeln, Gassen und Höfen der heuer 650 Jahre alten Stadt
finden, scheiden sich allerdings die Geister. Insbesondere der
große rosarote, nackte Mann, der sich von der Alten Stadtmauer
wegstemmt, erweckt Widerspruch. Erschaffter Klaus Schwendner sieht das
allerdings locker, schließlich soll die gesamte Ausstellung
durchaus zu Diskussionen führen. "Durch Provokation Energie
freisetzen" sieht Chris Kuttler, einer der Organisatoren, als Anspruch
moderner Kunst - auch in Abensberg...
von Eva Schröder,
Mittelbayerische Zeitung, 25. Apr 98
Historischen Fotos im Weg
Kunstwerke Kontrapunkt zum Mittelalter-Treiben
"Die Ausstellung dauert bis 7.
September". Mit dieser Aussage betonte Bürgermeister Dr. Uwe
Brandl im Stadtrat am Donnerstag deutlich, daß das Bemühen
der Stadt um historisches Aussehen zum Jubiläumswochenende Grenzen
hat.
Siegfried Eisenknappel hatte angemerkt: "Es kommen Leute,
die wollen historische Bilder machen."Wenn man "solche Sachen" hinmacht
- womit Eisenknappel die Objekte ansprach - würde das wohl kaum
möglich sein. Gerade die Schokoladenseite der Stadt, der
Maderturm, auf Erinnerungsstücken immer gerne abgebildet,
dürfte die um historische Bilder bemühte Fotografen
stören, prangt hier noch Klaus Schwendner nackter Pappmache-Mann.
Ein Abbau der Figuren swi schon rein aus organisatorischen Gründen
nicht möglich, ergänzte Brandl...
von Manfred Forster,
Mittelbayerische Zeitung, 01.Mai 98
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